Als im Januar 2020 davon berichtet wurde, dass es in China eine neue, unbekannte Krankheit gäbe, sagte Marc, dass uns das im Sabbatjahr hoffentlich „nicht in die Quere“ käme. China war ziemlich weit weg und in meiner optimistischen Art, verneinte ich. Danach geriet das Thema erst einmal ein bisschen in Vergessenheit..

Ende März sah plötzlich alles ganz anders aus und ich musste meine Meinung ändern. Die Welt war im Lockdown und in unserem Postfach war eine E-Mail von booking.com. Unsere erste Unterkunft in Kuala Lumpur stornierte die Buchung. „Ok“, dachten wir, „das sind wahrscheinlich nur reine Vorsichtsmaßnahmen und bis August ist ja eigentlich noch viel Zeit“. Wir waren zwei Wochen vorher erst im Tropeninstitut gewesen, um uns gegen alles Mögliche impfen zu lassen – Covid 19 war natürlich nicht dabei!

Das Virus breitete sich aus und es wurde klar, dass unsere Reise, nicht so stattfinden würde wie geplant. Wir beschlossen aber, erst mal gar nichts zu machen und abzuwarten.

„Deutschland hat auch echt viele schöne Ecken!“

Dieser Spruch, den wir in der Zeit sehr oft hörten konnte uns nicht so ganz überzeugen. Verstanden es die Leute nicht? Wir wollten doch einen möglichst langen Sommer haben. Und außerdem Wassersport treiben oder faul an schönen Stränden liegen.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass wir beide während der Vorbereitungen nie so entspannt waren, wie ab diesem Zeitpunkt.

Im April beschlossen wir dann, quasi nebenbei, den ursprünglichen Plan (den hier) wirklich über Bord zu werfen. Der neue „Plan“ sah vor, dass wir erst mal Europa bereisen. Der Plan war zwar schön und gut, setzte aber voraus, dass die Reisewarnungen für die EU aufgehoben würden.

Mit großer Spannung erwarteten wir den 15. Juli

Als Außenminister Heiko Maas am 15. Juli 2020 (Dieses Datum hat sich in mein Hirn gebrannt!) die Reisewarnungen für die meisten europäischen Länder aufhob, waren wir uns ziemlich schnell einig: Wir reisen nach Portugal!

Was man in den Nachrichten hörte, hatte das Land die Coronakrise einigermaßen gut überstanden. Im Vergleich zum Nachbarland Spanien, waren die Fallzahlen erstaunlich niedrig und stabil. Abgesehen davon hatte Marc bisher nur Porto bereist und wollte das Sabbatjahr sowieso nutzen, um Portugiesisch zu lernen.

Einmal mehr stand das Reiseziel fest, jetzt ging es nur noch um das Wie. Unser erster Gedanke „mit dem Auto fahren, um flexibel zu sein“, klang anfangs nach einer super Idee, von der wir aber nach reiflicher Überlegung doch schnell Abstand nahmen. Im Nachhinein sind wir auch sehr zufrieden mit der Entscheidung. Wer uns kennt, weiß, dass wir zwar sehr flexibel und entspannt sind, was das Reisen angeht, uns die Vorteile von Campingplätzen aber nicht vollends überzeugen bzw. die Nachteile in unseren Augen überwiegen. Und täglich wechselnde Hotels und Restaurants: Dieser Roadtrip hätte unser Budget sehr schnell gesprengt.

Im Endeffekt setzten wir uns also (mit Maske) in ein Flugzeug und verbringen nun fast drei Monate in Portugal – wobei wir während dieser Zeit Lissabon, Lagos und Aljezur zu unseren Homebases machen, um von dort aus das Land erkunden.

Anfang November geht‘s dann weiter. Wir reisen der Sonne hinterher, wollen aber Europa nicht verlassen. Bei diesen Rahmenbedingungen hat sich das Ziel fast von selbst ergeben: Die Kanarischen Inseln. Nach vielen Tipps von Familie und Freunden haben wir uns nach einigem Hin und Her für Fuerteventura entschieden! Dort haben wir uns erst einmal bis zum Nikolaustag einquartiert.

Bis dahin ist unsere Reise also grob geplant. Einen Rückflug haben wir nicht. Unser Motto heißt: „Abwarten und die Entwicklungen beobachten“

Danach heißt es: „Abwarten und die Entwicklungen beobachten“

Wir sind selbst sehr gespannt wie es mit uns weitergeht, haben jedoch gelernt, dass das Ungewisse auch einen gewissen Charme mit sich bringt.

Zusammenfassend können wir sagen, dass ein Plan zwar gut ist, vor allem, wenn man zu zweit reist und Kompromisse eingehen muss. Allerdings haben wir auch gelernt, dass eine kurzfristige, schrittweise Planung das Leben im Hier und Jetzt unterstützt.

Ich (liebe normalerweise Struktur und Planung) bin Fan!

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